Das Vereinigte Königreich: Die nationale Lebensmittelstrategie vorantreiben – Der Rahmen für die landwirtschaftliche Flächennutzung sollte grüne Energie berücksichtigen
2022-04-06
Jüngste Untersuchungen ergaben, dass 66 % der erwachsenen Briten den Regierungsplan für 100 % sauberen Strom bis 2035 unterstützen. Doch trotz dieser Mehrheit verzögern einfache praktische Hindernisse wie Baugenehmigungen unsere Fähigkeit, Netto-Null zu erreichen.
Wie können die Unterstützung der Öffentlichkeit für sauberen Strom und die mäßige Einführung desselben so unterschiedliche Geschichten erzählen? Es ist klar, dass wir beide Seiten des Arguments verstehen müssen, wenn wir positive Schritte nach vorn machen wollen.
Zunächst wollen wir die ‚Kosten‘ für erneuerbare Energien und Speicherung abwägen.
«Kosten» können für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge bedeuten. Für die meisten werden sie finanzieller Natur sein, und sie mögen die finanziellen Auswirkungen erneuerbarer Energien berücksichtigen. Wenn grüne Technologien ans Netz gehen und beginnen, Energie für das Stromnetz zu erzeugen, entstehen monetäre Kosten, die durch Steuern und Abgaben gedeckt werden müssen; diese sollten jedoch geringer sein als bei den Alternativen.
Darüber hinaus ist laut einer aktuellen Analyse von BloombergNEF der Bau neuer erneuerbarer Energien günstiger als die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Eine rasche Steigerung des Einsatzes erneuerbarer Energien bis 2030 könnte weltweit jährlich bis zu 4,2 Billionen US-Dollar einsparen – das entspricht dem 15-fachen der damit verbundenen Kosten für eine Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien.
Für andere könnte der visuelle Eindruck auf die Landschaft die »Kosten« sein. Sie haben möglicherweise das Gefühl, dass ein nahgelegener Solarpark oder eine Windkraftanlage für sie keinen finanziellen Nutzen bringt, dass das Projekt selbst keine Auswirkungen auf ihre Energierechnung hat und lediglich ein großer Augenreiz ist. Ich verstehe, dass Energiewerke nicht jedermanns Vorstellung von Schönheit entsprechen – doch sind sie unverzichtbar, wenn wir es ernst meinen mit der Dekarbonisierung Großbritanniens. Wir müssen lernen, sie zu akzeptieren, insbesondere jetzt, da der jüngste Anstieg der Energiepreise die Geldbeutel der Verbraucher belastet.
Bedenken hinsichtlich industriell anmutender Infrastruktur, die auf unserem Land gebaut wird, sind nicht neu. Als in den frühen 20. Jahrhundert erstmals Strommasten entwickelt wurden, gab es auch damals Einwände dagegen. In einem Brief an The Times, der sich in den 1920er Jahren gegen den Bau von Masten in Sussex richtete, wurden diese als nichts Geringeres bezeichnet als «die dauerhafte Entstellung eines vertrauten Merkmals der englischen Landschaft». Heute verstehen wir, dass sie notwendig sind, und als solche werden sie landesweit akzeptiert. Es wäre selten, dass jemand auch nur mit der Wimper zuckt, wenn er sie wahrnimmt. Es mag schwer zu glauben sein, aber wir werden eine Zeit erreichen, in der das Gleiche für Solarfarmen, Windkraftanlagen und Energiespeicheranlagen gilt. Sie werden auf dieselbe Weise geschätzt werden.
Als Nächstes betrachten wir die Auswirkungen einer weiterhin bestehenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Es ist kein Geheimnis, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe einen schrecklichen Einfluss auf den Planeten hat. Fossile Brennstoffe sind ein wesentlicher Verursacher von CO2-Emissionen, die sich 2021 um fast 5 % erhöht haben – nach dem Rückgang während der Pandemie im Jahr 2020. Langfristig kostet diese Luftverschmutzung Menschenleben. Im Jahr 2019 verursachten Luftschadstoffe 177.300 vorzeitige Todesfälle, die hätten vermieden werden können, wenn die EU-Länder die neuen WHO-Leitlinien eingehalten hätten. Ende 2020 wurde in einem wegweisenden Fall erstmals überhaupt ein Todesfall registriert, bei dem Luftverschmutzung als Ursache genannt wurde. Dies wird kein isolierter Vorfall bleiben.
Zusätzlich zu den buchstäblich lebensbedrohlichen Folgen ist auch der Kostenfaktor für den Import fossiler Brennstoffe enorm hoch. Die Gaskrise hat dazu geführt, dass Großbritannien stärker auf andere Länder angewiesen ist, um das Licht anzuschalten. Neue Analysen von Ember zeigen, dass die Strompreise in Großbritannien im letzten Jahr sich verdreifacht haben – 86 % davon gehen auf den stark gestiegenen Preis für Gasimporte zurück. Unvorhersehbares Wetter und steigende Nachfrage werden diesen Trend nur weiter verschärfen und letztlich höhere Energiepreise für die Verbraucher bedeuten.
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